In meinem ersten Beitrag aus 2024 habe ich über eine indirekte Lampenkommunikation geschrieben, die ein Erleben einer Höhle mit einem Teamkollegen, der die gleiche Technik anwendet, auf ein anderes Erlebnislevel anhebt. Von einem hektischen, unruhigen und unausgeglichenen Tauchgang hin zum Flow.
Im Folgenden möchte ich die konkrete Lichtkommunikation beim Höhlentauchen ansprechen und dann noch auf ein paar Unarten eingehen.
Team 1 möchte jederzeit wissen, wo Team 2 ist. Dazu braucht man sich nicht umzudrehen, sondern ich kann anhand des Lampenstrahls von Team 2 erkennen, auf welcher Seite der Leine er sich befindet, in welchem Abstand zu mir. Ich kann auch kontrollieren, ob er mit mir kommuniziert, indem ich meine Lampe kurz zuhalte, damit er dann seinen Lampenstrahl auf mich bringt. All das ist ziemlich Standard beim Höhlentauchen.
Für mich genauso wichtig ist aber, dass der Taucher seine Hauptlampe nicht im Helm behält, wenn er normal taucht und die Helmhalterung nur benutzt, wenn er beide Hände zum Beispiel für das Verlegen eines Jumps etc. benötigt. Bevor er dann aufsieht und mit seinem Team kommuniziert, muss entweder die Lampe aus der Halterung genommen werden oder die Hand davorgehalten werden. Die Razor Helmhalterung hat die Möglichkeit, dass man die Lampe in einem Winkel nach unten bringen kann, und damit die Blendung ewas vermeidet, aber nicht unterbindet, vor allem nicht, wenn die Lampe einen sehr weiten Abstrahlwinkel hat.
Während des Tauchgangs muss ich mich nicht drehen, um mein Team 2 zu kontrollieren und vermeide damit Unruhe, reduziere mögliches Aufwirbeln von Sediment und Verhängen in der Leine.
Achtungsignale beim Höhlentauchen verwenden wir bei wichtigen Navigationspunkten, wie bei permanenten Pfeilen oder an Navigationspunkten wie Jumps oder Ts, damit das Team immer gleich informiert ist. Meine eigenen Notizen kann ich mit Informationen über die Höhlenleine ergänzen (Tiefe, auffälllige Richtungsänderungen usw.) muss das aber nicht im Team kommunizieren. Denn ehrlich gesagt, jeder merkt sich die Höhle anders und wenn wir anfangen, alles mit einem Achtung zu markieren, dann verliert dieses Zeichen zum einen seine Wichtigkeit und lässt mich auch darüber verwundern, ob der andere Taucher tatsächlich ausreichend Erfahrung hat, in einer Höhlenumgebung zu tauchen.
Auch beim Höhlentauchen kommen uns manchmal andere Taucher entgegen, und in 9 von 10 Fällen halten die Taucher die Lampen nach vorne – und wenn ich Glück habe, nach unten. Aber es blendet dennoch. Schön wäre, wenn die Lampen seitlich ausgerichtet wären oder die Hand vor den Strahl gelegt wird.
Und Schlussendlich Fotografen. Außer ich bitte explizit um ein Foto oder ich bin das Model und stelle mich darauf ein, dann bitte kein Foto und vor allem nicht in der Höhle und noch weniger, wenn Blitze oder Videolampen benutzt werden, um mich frontal aufzunehmen. Meine Augen benötigen wie bei jedem Menschen mehrere Minuten, um sich wieder auf das Nachtsehen umzustellen, und ich möchte aber jederzeit die Kontrolle behalten und alles Wichtige sehen.
Bei Caverntouren sehe ich es häufiger, dass die Taucher mit den Videolampen ihre Videos drehen und auch nicht unterbrechen, wenn sie offensichtlich andere Teams blenden. Das ist wirklich keine nette Tauchetikette und gehört in jedem normalen Briefing, darauf hinzuweisen.
Interessiert mit mir die Cenoten zu entdecken? Das Jahr 2026 markiert 20 Jahre Höhlentauchen für mich und gern teile ich diesen Tip und mehr, wenn du mit mir tauchen gehst.
